Zeitreise im Weinberg zu den Kasseler Bombennächten CDU Volkmarsen erlebt aufregenden Familienausflug
Einen geschichtsträchtigen Familienausflug nach Kassel erlebte der CDU Stadtverband Volkmarsen. Dabei beeindruckte besonders die Stollenanlage im Kasseler Weinberg, die vom Kasseler Feuerwehrverein betrieben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
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| Die Teilnehmer der CDU-Fahrt nach Kassel vor dem Weinberg in Kassel |
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Volkmarsen - Eindrucksvoll wurde den Volkmarsern die Dramatik der Bombennacht 22 bis 23. Oktober 1943 geschildert, bei der 10.000 Menschen im Weinbergbunker Zuflucht fanden. Alle in diesem Bunker wurden aufgrund der Lage des Bunkers gerettet, da dieser im Sauerstoffkorridor der Aue lag. Lieselotte Döllmann aus Volkmarsen konnte sich noch gut an die Zeit als Kind im Bunker erinnern. „Immer wenn der Strom ausfiel, mussten die Kinder und Jugendlichen kurbeln, um Strom zu erzeugen. Nach zehn Minuten wurde abgelöst, trinken gab es nur für die, die kurbelten,“ berichtete Döllmann aus ihrer Kindheit.
1825 wurden im Auftrag verschiedener Bierbrauer insgesamt 3,5 Kilometer Stollen in den Weinberg getrieben. Diese dienten als Bier- und Eislager. So wurde im Winter das Eis geschlagen und in einem großen Stollenraum gelagert und zur Kühlung der Bierfässer genutzt. 1942 wurden die in den Felsen getriebenen Bierkeller dann zu einem Luftschutzbunker umgebaut. Bei Temperaturen von ca. zehn Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von über 90 Prozent kam im Weinberg-Stollen kein Mensch aufgrund von Bombeneinschlägen ums Leben.
In der Kasseler Orangerie konnte noch einige hundert Jahre weiter zurückgeblickt werden. Bei der Führung standen astronomische Instrumente im Mittelpunkt. Die Sammlung des Museums geht auf die hessischen Landgrafen zurück, die sich vor allem im 16. Jahrhundert für astronomische Fragestellungen interessierten. Aus diesem Grund ließen sie zahlreiche Mess- und Beobachtungsinstrumente fertigen und beschäftigten berühmte Instrumentenmacher. Deren Geschichte wurde ebenso wie die Funktionsweise einzelner Geräte vermittelt und anschaulich dargestellt.
Zum Abschluss besichtigten die Volkmarser Christdemokraten die Leitstelle des Polizeipräsidiums Kassel. Christian Bültemann stellte seinen Arbeitsplatz und die Aufgaben der Leitstelle vor. Wichtig sei für ihn und die Kollegen im Notfall Ruhe zu bewahren und die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Oftmals würden Notrufe unvollständig abgegeben. Gerade Kinder seine bei der Notrufabgabe oftmals vorbildlich. Neben modernster Computertechnik, einem Einsatzleitsystem, sei das Treffen der richtigen Entscheidung, welche Maßnahmen einzuleiten sind, sehr wichtig.
Vorsitzender Tobias Scherf dankte Bültemann für die Organisation der Fahrt und stellt fest, dass viele Ecken und Plätze in der Region noch zu entdecken seien, Weinberg und Orangerie müsse man gesehen haben, so Scherf abschließend. Alle Bilder der Fahrt auch unter www.CDU-Volkmarsen.de in der Bildergalerie
| Thomas Müller, 30.04.2010, 12:42 Uhr |